Die Berufssituation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
Inhalt:
Der Berufseinstieg junger Juristen in den Arbeitsmarkt und speziell in den wettbewerbsintensiven Markt für Rechtsdienstleistungen wird immer schwieriger. Steigende Arbeitslosigkeit, eine restriktive Einstellungspolitik im Bereich des öffentlichen Dienstes, der Justiz, aber auch der Privatwirtschaft und nicht zuletzt erheblicher Expansionsdruck auf die Anwaltschaft kennzeichnen die Situation.
Diese Problemlage veranlasst das Soldan Institut für Anwaltmanagement, die Berufssituation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in regelmäßigen Zeitabständen empirisch zu untersuchen. Hierzu wurden in einer ersten Erhebungswelle knapp 600 junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zwischen Oktober 2004 und Januar 2005 schriftlich befragt.
Im Rahmen des „Soldan-Gründungsbarometers“ wird untersucht, ob und wie sich die Gründer von Anwaltskanzleien am Markt durchsetzen. Hierbei werden Erfolgsfaktoren für die Durchsetzung neuer Kanzleien herausgearbeitet. Darüber hinaus werden die Beschäftigungsbedingungen und die Einkommenssituation angestellter Rechtsanwälte und freier Mitarbeiter in Anwaltskanzleien untersucht.
Zentrale Ergebnisse dieser Untersuchung sind:
Immer mehr Kanzleigründer gründen aus Verlegenheit als Reaktion auf die äußerst angespannte Situation am Arbeitsmarkt für Juristen.
Dabei erfolgt die Gründung einer Kanzlei zumeist als unüberlegter Schritt. Die Mehrzahl der Kanzleigründungen wird nicht strategisch, d.h. auf der Gundlage eines Businessplans oder unter Inanspruchnahme von einschlägigen Beratungsangeboten, unternommen.
Die Ausübung der Anwaltstätigkeit als angestellter Rechtsanwalt oder freier Mitarbeiter wird von 22% der Angestellten und 27% der freien Mitarbeiter als Übergangs- bzw. Orientierungsphase empfunden. Sie sind sich über den weiteren Verbleib in der Anwaltschaft unschlüssig.
Bezogen auf die Einkommen entsteht zunehmend eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Während angestellte Rechtsanwälte und freie Mitarbeiter in größeren Sozietäten relativ hohe Gehälter erzielen, können kleine Kanzleien aus Sicht der Befragten nur bedingt auskömmliche Einkommen sichern.
Die Studie ist im Mai 2006 als 2. Band der Forschungsberichte des Soldan Instituts für Anwaltmanagement unter dem Titel "Die Berufssituation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Eine empirische Untersuchung des Zulassungsjahrgangs 2003" beim Deutschen Anwaltverlag erschienen und für 10,- EUR zu erwerben.
»Forschungsbericht zu diesem Thema
»Summary des Forschungsberichts im Download-Bereich
Pressemitteilungen zu diesem Thema:
Soldan Institut hat für das "Soldan Gründungsbarometer" 2.600 Junganwälte befragt, vom 21. März 2005
Soldan Institut für Anwaltmanagement über junge Rechtsanwälte, vom 25. Januar 2006
Soldan Institut für Anwaltmanagement über Arbeitszeiten junger Anwälte, vom 18. April 2006
Soldan Institut für Anwaltmanagement veröffentlicht Untersuchung zur Berufssituation junger Rechtsanwälte, vom 23. Mai 2006
Soldan Institut für Anwaltmanagement über die Gehälter von Junganwälten, vom 26. Juli 2006

