Forschung für Anwälte
Dienstag, 7. September 2010

Marketing für Mediation

 

 

Inhalt: 

Die Mediation als außergerichtliche Konfliktbeilegung bietet eine Erweiterung des Spektrums der Konfliktlösungsverfahren.

Obwohl die Resonanz bei denjenigen, die an einem Mediationsverfahren teilgenommen haben, durchweg positiv ist, hat sich die Mediation am Markt rechtlicher Dienste noch nicht durchgesetzt. Markterfolg oder –misserfolg der Mediatoren und die Wirkung spezieller Marketingmaßnahmen zur Konfliktlösung wurden bisher nur in ersten Ansätzen untersucht.

Ziele der Studie „Marketing für Mediation“ waren eine Beschreibung des Marktes für Mediation und eine Analyse der Erfolgsbedingungen von Marketingmaßnahmen zur Durchsetzung von Mediation als einer Option für schonende Konfliktlösung. Hierzu wurden 160 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltverein im Juli und August 2003 schriftlich befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung sind:

Der aktuelle Markt für Mediation ist hinsichtlich der Anwendungsfelder und der Kompetenz und Arbeitsweise der Mediatoren heterogen. Die Unklarheit des Berufsbildes des Mediators ergibt sich insbesondere aus den sehr unterschiedlichen Ausbildungsstandards.

Mediationsmandate sind eher das Ergebnis glücklicher Fügung, denn Folge systematischer Marketingaktivitäten. Als innovatives Verfahren kann Mediation aber nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn streitende Parteien Vertrauen in diese neue Form der Konfliktlösung setzen. Maßnahmen zur Vertrauensbildung sind:

  • Der Nutzen der Mediation muss gegenüber dem Rat suchenden Publikum besser kommuniziert werden.

  • Es müssen einheitliche Ausbildungsvoraussetzungen für Mediatoren geschaffen werden, damit Mandanten sich auf die Qualität der Ausbildung verlassen können.

  • Die Mediatoren müssen einen „code of ethics“ entwickeln. Ein solches Regelwerk kann Kompetenzstandards, aber auch normative Grundhaltungen der Mediatoren festschreiben und so die Vertrauensbildung bei potenziellen Mandanten erleichtern. Es muss von den Mediatoren einheitlich definiert und kommuniziert werden.

  • Die Mediatoren müssen einen vertrauenbildenden Dialog in die eigene Profession hinein organisieren, um schrittweise zu erreichen, dass die Anwaltschaft insgesamt das Thema alternativer Konfliktlösungsverfahren als Chance zur Markterweiterung begreift.

 

Der Forschungsbericht "Marketing für Mediation" erschien im Jahr 2004 und ist leider vergriffen. .

 

»Forschungsbericht zu diesem Thema

 

»Summary des Forschungsberichts im Download-Bereich


Pressemitteilung zu diesem Thema:

Soldan Institut startet Schriftenreihe, vom 17. Dezember 2004

 

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